Die letzten Gäste hatten die kleine Strandbar längst verlassen. Nur das Rauschen der Wellen und das leise Klirren von Gläsern waren noch zu hören. Laura saß barfuß auf dem Tresen und schwenkte den Rest ihres Cocktails im Glas. Die warme Nachtluft strich über ihre Haut, und das Salz des Meeres lag in der Luft.
„Du bist immer noch hier“, sagte eine Stimme hinter ihr.
Laura lächelte, ohne sich umzudrehen. „Du auch.“
Jonas trat neben sie, stützte sich mit den Ellenbogen auf den Tresen und sah hinaus aufs dunkle Meer. Das Mondlicht spiegelte sich im Wasser, und für einen Moment sagte keiner von beiden etwas. Zwischen ihnen lag diese gespannte Stille, die sich den ganzen Abend über aufgebaut hatte.
„Du weißt, dass du mich die ganze Zeit beobachtet hast“, murmelte er schließlich.
Jetzt drehte sie den Kopf zu ihm. Ihre Augen funkelten leicht herausfordernd. „Vielleicht.“
Jonas lachte leise. „Vielleicht?“
Laura stellte das Glas ab, rutschte vom Tresen und trat einen Schritt näher. Jetzt standen sie so dicht beieinander, dass sie seine Wärme spüren konnte. Ihr Herz klopfte schneller, doch sie hielt seinem Blick stand.
„Du hast mich zuerst angesehen“, sagte sie.
„Weil du mich angelächelt hast.“
„Und jetzt?“
Er antwortete nicht sofort. Stattdessen legte er eine Hand an ihre Hüfte. Die Berührung war vorsichtig, als würde er ihr noch eine Chance geben, sich zurückzuziehen. Doch Laura machte das Gegenteil: Sie trat noch näher.
Ihre Lippen trafen sich langsam, zuerst nur ein vorsichtiges Probieren. Der Geschmack von Limette und Rum lag noch auf ihrem Mund. Dann wurde der Kuss tiefer, intensiver. Laura legte die Arme um seinen Nacken, während seine Hand über ihren Rücken glitt.
Das Rauschen der Wellen schien lauter zu werden, als würde das Meer selbst ihre Nähe begleiten.
Jonas löste sich kurz von ihr und sah sie an. „Sicher?“
Sie nickte, ein kleines, selbstbewusstes Lächeln auf den Lippen. „Sehr sicher.“
Er küsste sie wieder, diesmal leidenschaftlicher. Seine Finger strichen über ihre Taille, während sie seine Brust spürte, fest und warm unter ihren Händen. Der Moment fühlte sich plötzlich elektrisch an – als hätte die Nacht genau auf diesen Augenblick gewartet.
Die Welt um sie herum schien zu verschwinden. Nur das Meer, die warme Nacht und ihre Körper, die sich immer näher fanden.




